Große Messkampagne der Forschergruppe BioGeoChemie
vor Spiekeroog
spiekeroog/neuharlingersiel/hph Wenn die
Menschen weiterhin alle Maßnahmen zum Schutz des Wattenmeeres
einhalten, dann ist das empfindliche Ökosystem zwischen dem
Festland und den Ostfriesischen Inseln nicht gefährdet. Dies ist
zwar noch eine Vermutung, doch die Annahme wird bereits auf
etliche fundierte Daten gestützt. Denn seit fast drei Jahren
untersucht die Forschergruppe BioGeoChemie des Watts genauer
den Lebensraum. Und wir stellen fest, dass das System
naturgesteuert ist und nicht vom Menschen beeinflusst wird,
sagte gestern Professor Dr. Jürgen Rullkötter vom Institut für
Chemie und Biologie des Meeres an der Universität Oldenburg. Seit
gestern bis Donnerstag Abend wird in einer bisher einmaligen
Messkampagne speziell das Watt zwischen Neuharlingersiel und
Spiekeroog von mehreren Inistuten und Organisationen genau
untersucht. Wir möchten die unterschiedlichen Eingriffe auf
das Leben im Watt und auf das Watt selbst näher verstehen, erläuterte
Rullkötter während eines Pressegespräches den Hintergrund der
Messkampagne. Es gehe darum, natürliche Prozesse von menschlichen
Prozessen zu unterscheiden. Dass man sich dafür das Watt vor
Spiekeroog ausgesucht habe, liege daran, dass das Gebiet von
den Geometrien her ein in sich abgeschlossenes Becken ist. An
der Messkampagne sind neben der Uni Oldenburg auch das
Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie in Bremen, das
Institut für Küstenforschung in Geesthacht, das
Forschungsinstitut Senckenberg sowie das Forschungszentrum
Terramare aus Wilhelmshaven beteiligt. Mehrere Forschungsschiffe
und Schnellboote, die vor knapp einem Jahr eingeweihte Messstation
der Uni Oldenburg im Spiekerooger Tidebecken sowie einige
Flugzeuge sind rund um die Uhr im Einsatz. Eine solche Maßnahme
in dieser Dimension hat es, so Prof. Dr. Rullkötter, bisher in
deutschen Gewässern noch nicht gegeben. Das rund 5,5 Millionen
Euro teure Projekt ist auf insgesamt sechs Jahre ausgelegt. Drei
Jahre läuft die Untersuchung bereits, derzeit geht es um eine
Verlängerung für die restlichen drei Jahre. Hierfür werden
insgesamt 2,5 Millionen Euro benötigt. Die Zuschussanträge
sollen im September gestellt werden. Mehr dazu auf Seite 4.
(Bereitgestellt am: 22.07.03 um 18:07 für
Ausgabe vom: 23.07.03)
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