Mittwoch, 23. Juli 2003




Watt im Gleichgewicht

Große Messkampagne der Forschergruppe „BioGeoChemie“ vor Spiekeroog

spiekeroog/neuharlingersiel/hph – Wenn die Menschen weiterhin alle Maßnahmen zum Schutz des Wattenmeeres einhalten, dann ist das empfindliche Ökosystem zwischen dem Festland und den Ostfriesischen Inseln nicht gefährdet. Dies ist zwar noch eine Vermutung, doch die Annahme wird bereits auf etliche fundierte Daten gestützt. Denn seit fast drei Jahren untersucht die Forschergruppe „BioGeoChemie des Watts“ genauer den Lebensraum. „Und wir stellen fest, dass das System naturgesteuert ist und nicht vom Menschen beeinflusst wird“, sagte gestern Professor Dr. Jürgen Rullkötter vom Institut für Chemie und Biologie des Meeres an der Universität Oldenburg. Seit gestern bis Donnerstag Abend wird in einer bisher einmaligen Messkampagne speziell das Watt zwischen Neuharlingersiel und Spiekeroog von mehreren Inistuten und Organisationen genau untersucht. „Wir möchten die unterschiedlichen Eingriffe auf das Leben im Watt und auf das Watt selbst näher verstehen“, erläuterte Rullkötter während eines Pressegespräches den Hintergrund der Messkampagne. Es gehe darum, natürliche Prozesse von menschlichen Prozessen zu unterscheiden. Dass man sich dafür das Watt vor Spiekeroog ausgesucht habe, liege daran, „dass das Gebiet von den Geometrien her ein in sich abgeschlossenes Becken ist.“ An der Messkampagne sind neben der Uni Oldenburg auch das Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie in Bremen, das Institut für Küstenforschung in Geesthacht, das Forschungsinstitut Senckenberg sowie das Forschungszentrum Terramare aus Wilhelmshaven beteiligt. Mehrere Forschungsschiffe und Schnellboote, die vor knapp einem Jahr eingeweihte Messstation der Uni Oldenburg im Spiekerooger Tidebecken sowie einige Flugzeuge sind rund um die Uhr im Einsatz. Eine solche Maßnahme in dieser Dimension hat es, so Prof. Dr. Rullkötter, bisher in deutschen Gewässern noch nicht gegeben. Das rund 5,5 Millionen Euro teure Projekt ist auf insgesamt sechs Jahre ausgelegt. Drei Jahre läuft die Untersuchung bereits, derzeit geht es um eine Verlängerung für die restlichen drei Jahre. Hierfür werden insgesamt 2,5 Millionen Euro benötigt. Die Zuschussanträge sollen im September gestellt werden. Mehr dazu auf Seite 4.

(Bereitgestellt am: 22.07.03 um 18:07 für Ausgabe vom: 23.07.03)

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Spiekeroog News: Insel-News


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